Kolochauer Faschingsverein gelingt Generationswechsel

Der Kolochauer Faschingsverein hat die diesjährige Saison erfolgreich abgeschlossen. Sechs gut besuchte Veranstaltungen liegen hinter den Akteuren und ihren Gästen.

Geschafft. Zufrieden und glücklich haben die Mitglieder des Kolochauer Faschingsvereins die diesjährige Saison abgeschlossen. Sechs erfolgreiche Veranstaltungen, allesamt im gut gefüllten Saal der Gaststätte der Familie Troitzsch in Kolochau, liegen hinter den Freunden der närrischen Unterhaltung.

Es wurde ausgiebig gelacht, gesungen, geschunkelt, getanzt und gefeiert. Nicht nur während des dreistündigen Programms, das die 25 Vereinsmitglieder auf die Bühne gebracht haben, sondern auch noch danach bis spät in die Nacht. Fasching/Karneval in Kolochau - das ist seit Jahren ein Ereignis, das es nicht zu verpassen gilt.

Und es wird auch die nächsten Jahre ein solches Ereignis bleiben. Dafür sorgt die junge Generation, die mehr und mehr das Ruder in die Hand nimmt. Ein großer Einschnitt war vor mehreren Jahren der Wechsel an der Moderatorenfront, als Marcus Gräfe, Alexandra Gräfe und Anne Berger Lutz-Peter Müller und Klaus Tschirschnitz ablösten. Ein nächster deutlicher Ruck ging nun in dieser Saison durch die Reihen, insbesondere derer, die in der Bütt stehen. Mit Miriam Graf und Dirk Berger zeigt sich auch diese „Sparte“ stark verjüngt.

Mit 19 Jahren steht Miriam Graf das erste Mal in der Bütt

Miriam Graf ist gerade einmal 19 Jahre alt, hat aber dennoch ausreichend Schneid, sich in die Bütt zu stellen. „Das war schon eine große Herausforderung“, und „das haben mir viele nicht zugetraut“, blickt die Verwaltungsfachangestellte zurück, die sich im Job eher „zusammenreißen“ muss, beim Karneval aber voll aufdrehen kann. „Ich hab für mein Abitur ein Jahr lang Pause gemacht. Aber ohne Tanz und Karneval - das geht gar nicht“, sagt die junge Frau, die mit sieben Jahren in der Kleinen Garde auf Kurs gegangen ist und nun die närrische Zeit nicht mehr missen will.

„Das macht so viel Spaß, da oben in der Bütt zu stehen“, schwärmt sie nach ihrer Premiere, „dass ich mir fest vorgenommen habe, es wieder zu tun.“ Es habe sie fasziniert, wie das Publikum von Pointe zu Pointe ihres misslungenen Bali-Urlaubs mitgegangen sei und wie sie als Neuling aufgenommen wurde. „Und wenn selbst die Jüngsten der Kleinen Garde die Witze nachplappern, dann kommt es scheinbar auch bei den Jüngeren an“, macht sie klar, dass sich auch die Zielgruppe verjüngt.

Miriam Graf kommt übrigens aus einer durch und durch vom Fasching begeisterten Familie. Vater Kai-Uwe hat selbst schon mehrere Male in der Bütt gestanden, Mutter Heike ist immer wieder bei Sketchen in Aktion. Das „färbt“ eben ab. Genau so wie bei Dirk Berger. Seine Frau Anna hat dafür gesorgt, dass er seit vier Jahren ebenfalls mit im Verein aktiv ist und sich fleißig mit einbringt: bei den Schrammeln, bei Sketchen, im Chor, und seit dieser Saison neu auch in der Bütt.

Dirk Berger gibt sein Solo-Debüt als Henker

Er hat sein Solo-Debüt als Henker gegeben und sich als Dienstleister vorgestellt, der Probleme auf seine ganz eigene Art und Weise zu lösen weiß. „Ist die Alte nicht mehr willig, eine Scheidung ist nicht billig“ - hat er seine Dienste angepriesen, dabei gehe es im echten Leben im Ort sehr viel sanfter zu“, versichert der 34-Jähre. Und er muss es wissen. Als im Vorjahr neu gewählter Kolochauer Ortsvorsteher sollte er darüber jedenfalls Bescheid wissen. Die vielen Anfragen, ob er denn nicht mal vorbeikommen könne, sehe er jedenfalls mit dem gebotenen Humor, der zu so einem Abend dazugehöre, berichtet er Augenzwinkernd.

Dirk Berger ist jedenfalls auch auf den Geschmack gekommen in der Bütt zu stehen. Und er sieht „seinen“ Verein gut für die Zukunft aufgestellt. Das bestätigt auch Alexandra Gräfe im Rundschau-Gespräch: „Wir sind nicht nur stolz darauf, dass wir an jedem Abend sechs Büttenreden im Programm hatten, sondern auch darauf, dass uns der Generationswechsel so gut gelingt.“

Jetzt richtet sich der Blick auf das 40-jährige Jubiläum

Die jungen Leute würden mehr und mehr zeigen, was in ihnen steckt und hätten dabei gute Rückendeckung und Unterstützung von den langjährig Aktiven, die sich nach und nach entweder mehr in den Hintergrund oder ganz aus dem Vereinsleben verabschieden.

Nach den gelungenen sechs Veranstaltungen richtet sich nun gleich wieder die Aufmerksamkeit auf die nächste Saison. In der wird das 40-jährige Jubiläum des Faschings in Kolochau gefeiert. Wenn das nicht Herausforderung genug ist!

 UhrKolochau, Lausitzer Rundschau  Von Sylvia Kunze